Šolta …

 
… ist eine der kleineren mitteldalmatinischen Inseln und liegt rund neun Seemeilen südwestlich von Split. Sie erstreckt sich von Nordwesten nach Südosten, ist rund 20 Kilometer lang und hat eine Gesamtfläche von 57 Quadratkilometern. Im Winter gibt es rund 1.500 Einwohner in sieben Dörfern sowie zwei kleine Siedlungen. Im Sommer können, auf Grund der vielen Touristen, schon einmal über 20.000 Personen auf der Insel sein.
 
Šolta hat eine mediterrane Vegetation und ist berühmt für Rosmarin, Olivenöl und Honig, außerdem wird auch Wein und Gemüse angebaut. Die Insel ist seit der Bronzezeit besiedelt, erstmals erwähnt wird sie in einem griechischen Reisebericht aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert unter dem Namen Olyntha, dort wird sie bereits für ihre Schönheit gepriesen. 
 
 
Das erkannte auch der römische Kaiser Diokletian, der an der Stelle, an der heute Split liegt, seinen Palast erbauen ließ, dessen Reste heute das Zentrum der Spliter Altstadt bilden. Diokletian ließ auf der von ihm Solenta genannten Insel im Jahr 295 eine Therme errichten, auch gab es eine eigene Fischzucht sowie Gärten für Wein, Öl und Gemüse, die alle den Palast belieferten.
 
Im späten 19. Jahrhundert wurde die einst intensive Landwirtschaft durch die Mechanisierung unrentabel, ein großer Teil der Bevölkerung wanderte aus. Heute bilden diese Šoltani einen Teil der weit verzweigen kroatischen Diaspora. Dafür ist Šolta – im Gegensatz zu vielen anderen Adriainseln – dicht bewaldet und bietet teilweise, mit Buchen und Korkeichen, als eine der letzten Adriainseln noch eine ursprüngliche mediterrane Vegetation. Sehr viele Felder und Olivenhaine sind aufgegeben oder werden nur selten gepflegt, so dass sie verwildert sind. Das trägt zum besonderen Charme von Šolta bei, ebenso wie die vielfach verfallenen Häuser der vor über hundert Jahren Ausgewanderten. 
 
Übrigens: Die (zumindest für kroatische Schulkinder bekannten) kroatischen Dichter Marko Marulić (1450-1524) und Petar Hektorović (1487-1572) kamen ebenfalls auf die Insel, die auf kroatisch ursprünglich Sulet hieß, um sich hier inspirieren zu lassen und Teile ihrer Werke zu verfassen. 
 
 
Verwaltungstechnisch gehört Šolta zu Split, deshalb sind auch die Busse auf der Insel von den Spliter Verkehrsbetrieben. Anders als im Buch beschrieben, gibt es heute im Winter vier Fähren täglich nach Split, während der sommerlichen Hochsaison sind es sogar sechs. Die Fahrzeit beträgt jeweils rund eine Stunde, je nach Wetter und Fähre. Der Katamaran, der täglich zwei Mal fährt, braucht nur eine halbe Stunde, dafür kann man kein Auto oder Fahrrad mitnehmen.
 
Viele Šoltani sind nach Split gezogen, entweder wegen der Kinder, die eine höhere Schule besuchen und nicht jeden Tag mit der Fähre nach Split pendeln wollen, oder weil sie in Split Arbeit gefunden haben. Alle jedoch haben ihre Häuser auf Šolta behalten. Vor allem an schönen Wochenenden und im Frühling und im Herbst sind sie dann wieder Wochenend-Šoltani.